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Konditionierung

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Konditionierung Artikel

Der Begriff Konditionierung genannt allgemein die Einstellung oder Ausbildung bestimmter Merkmale. Zu dem Beispiel die Einstellung eines bestimmten Wassergehaltes in Pulvern oder die Einstellung eines bestimmten pH-Wertes einer Farblösung. In den Naturwissenschaften wird er eher selten gebraucht.

Unter Konditionierung versteht man in der Psychologie das Erlernen von Reiz-Reaktions-Mustern (Stimulus-Response). Auf einen bestimmten Reiz folgt beim Organismus kontingent eine bestimmte Reaktion. Man unterscheidet zwei Grundtypen der Konditionierung:

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Chronische Erschöpfung und Chronisches Erschöpfungssyndrom (Fortschritte der Psychotherapie) Gute Hilfe für TherapeutInnen Chronische Erschöpfung und Müdigkeit sind sowohl in der therapeutischen Praxis als auch bei Krankschreibung und Frühberentung von schnell wachsender Bedeutung. Therapeutische Strategien, die sich bei Depression und Somatisierungsstörung bewährt haben, greifen bei diesem Störungsbild häufig nicht. Bisher fehlte...

Klassische Konditionierung

Diese Lernform wurde von Iwan Pawlow beschrieben. Er war Mediziner (Nobelpreis in Medizin 1904) und beobachtete eher beiläufig, dass seine Versuchshunde bereits bei einem Glockenton, der die Fütterungszeit ankündigte, Speichel absonderten, egal ob sie Futter sehen konnten oder nicht. Sie hatten offenbar gelernt, dass der Glockenton etwas mit Futter zu tun hat.

Als Pawlow dieses überraschende Phänomen genauer behandelte, fand er heraus, dass durch die zeitlich unmittelbar aufeinanderfolgende Darbietung des Glockentons (neutraler Reiz) und des Futters (unkonditionierter Reiz, der eine reflexartige Reaktion auslöst) eine Verbindung zwischen diesen hergestellt wurde.
Nach häufiger gemeinsamer Darbietung wurde der vorher neutrale Reiz (Glockenton) zu einem konditionierten Reiz, der alleine dieselbe Reaktion (Speichelfluss) auslösen kann, wie der unkonditionierte Reiz (Futter), mit dem er gepaart wurde. Aus der unkonditionierten Reaktion (Speichelfluss) auf das Futter wurde eine konditionierte Reaktion auf den Glockenton.

Schematisch:

  1. Unkonditionierter Reiz Konditionierung Beschreibung unkonditionierte Reaktion
  2. Unkonditionierter Reiz + neutraler Reiz Konditionierung Beschreibung unkonditionierte Reaktion
  3. Neutraler Reiz = konditionierter Reiz Konditionierung Beschreibung konditionierte Reaktion

Siehe auch: Pawlowscher Hund, Klassisches Konditionieren

Buch-Tipp: Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv. "Jemand erkennt etwas" macht ca. Sinn mit dem Zusatz "in einem bestimmten Denkstil, in einem bestimmten Denkkollektiv" Wie kommt die Wissenschaft zu ihren schlauen Ergebnissen? Ist es so, dass ein Wissenschaftler mit einer nachprüfbaren Hypothese beginnt, ein Experiment macht - und schon weiß er es? "Naives Märchen", sagt Ludwik Fleck dazu in seiner...

Operante Konditionierung

Ein wichtiges Defizit der Theorie der klassischen Konditionierung ist ihr Unvermögen, das Auftreten neuer Verhaltensweisen befriedigend zu erklären. ... Skinner Box Während beim klassischen Konditionieren eher etwas auf der Seite der Reize passiert, so passiert beim operanten Konditionieren eher etwas auf der Seite der Reaktionen. Besonders verdient gemacht in dieser Disziplin hat sich Burrhus Frederic Skinner, der viel auf diesem Gebiet forschte.

So genannte Verstärker sorgen beim operanten Konditionieren nun dafür, dass das Auftreten einer bestimmten Reaktion begünstigt oder erschwert wird. Aber was ist denn nun ein Verstärker? Skinner zog sich einfach aus der Affäre, indem er exakt eben jene Dinge als Verstärker genannte, die die Auftretenswahrscheinlichkeit einer gewünschten Reaktion erhöhen. Das können in den einzelnen Fällen recht unterschiedliche Dinge sein: Für ein kleines Kind reicht da vielleicht schon etwas Schokolade, während bei einem Erwachsenen auch Kopfnicken oder Schulterklopfen Verstärkung genug sein kann. Was letztendlich als Verstärker funktioniert, bestimmt jedoch die Versuchsperson (also die Person, bei der eine bestimmte Verhaltensweise verstärkt werden soll). Wichtig ist, dass die Verstärker kontingent (also unmittelbar, erkennbar, regelhaft ) und motivationsadäquat sind und eine Bedürfnisspannung befriedigen. Für einen Verstärker, der erst Stunden nach der gewünschten Reaktion eintritt, ist nicht mehr erkennbar, wofür er gegolten hat und hat demnach auch keine Wirkung. Auch eine satte Ratte wird für eine Futterpille nichts mehr veranstalten.

Buch-Tipp: Handbuch der AK-Muskeltests Ein Muß für jeden,der auf dem Gebiet arbeitet Eine super Lektüre! Genau,einfach veranschaulicht,sehr schön erklärt. Die Zeichnungen sind präzise und jeder Muskel wird einzeln gezeigt. Nicht,wei häufig in anderen Bückern,wo mehrere Muskeln übereinander gezeichnet und gezeigt,beschreiben werden. Mein Rat:Für ale die sich mit AK beschäftigen...

positive, negative Verstärkung, Bestrafung

Man unterscheidet die Verstärker nach ihrer Wirkung. Gerade negative Verstärker und Bestrafung werden häufig miteinander verwechselt. Daher folgt zunächst eine Definition:

positive Verstärker 
sind jene Dinge, die die Auftretenswahrscheinlichkeit einer Reaktion erhöhen, wenn sie der Situation zugeführt werden.
negative Verstärker 
sind jene Dinge, die die Auftretenswahrscheinlichkeit einer Reaktion erhöhen, wenn sie aus der Situation entfernt werden.
Bestrafung 
werden jene Dinge genannt, die die Auftretenswahrscheinlichkeit einer Reaktion senken, wenn sie der Situation zugeführt werden.

Diese Arten der Beeinflussung von Reaktionen können in folgender Tabelle festgehalten werden.

Der Reizsituation
hinzufügen entnehmen
positive Konsequenz positive
Verstärkung
Bestrafung
negative Konsequenz Bestrafung negative
Verstärkung


Buch-Tipp: Namen- und Schlagwort-Reaktionen der Organischen Chemie (Teubner Studienbücher) Nimm einen Arbeit ab. Ok, das Buch hält, was es verspricht, alle wichtigen Namensreaktion sind enthalten, als Ergänzung zu dicken OC-Büchern wie dem Carey-Sundberg ist es sehr gut.

Arten von Verstärkern und deren Beeinflussung

Primäre und Sekundäre Verstärker 
Man unterscheidet verschiedene Arten von Verstärkern. Zwei klassische Arten sind: Primäre Verstärker und Sekundäre Verstärker. Primäre Verstärker sind jene Verstärker, die Grundbedürfnisse wie etwa Hunger, Anschluss oder sexuelle Bedürfnisse befriedigen. Sekundäre Verstärker können, treten sie zusammen mit primären Verstärkern auf, schon alleine als Verstärker dienen - sie sind quasi Stellvertreter der Verstärker und das Verfahren wird daher auch häufig stellvertretende Verstärkung genannt. Ein klassisches Beispiel dafür wäre Geld, welches alleine zwar keine Befriedigung liefert, jedoch in Güter und Dienstleistungen getauscht werden kann, die eben dies tun.
Premack Prinzip 
Ferner hat sich gezeigt, dass bereits anitizipiertes Verhalten als Verstärker dienen können. Verhalten, dass wir gerne und häufig tun, hat eine verstärkende Wirkung. Wird uns nach den Hausaufgaben etwa ein Kinobesuch versprochen, so wird die Auftretenswahrscheinlichkeit der Handlung, dass die Hausaufgaben gemacht werden, erhöht.
Token-Konditionierung: Ähnlich zu sekundären Verstärkern, gibt es das Prinzip, für eine Verstärkung so genannte Token zu vergeben. Diese können dann später - nach ausreichender Akkumulation von Token - gegen anderen Dinge, Handlungen, Dienstleistungen etc. eingetauscht werden. Häufig findet das Prinzip bei der Verhaltensformung Anwendung, wenn in therapeutischen Einrichtungen das Verhalten der Patienten in einer bestimmten Art und Weise geformt werden soll.Nicht stets führt eine sofortige Verstärkung nach der gewünschten Reaktion zu dem gewünschten Absicht. So haben sich Verstärkerpläne herauskristallisiert, die zu unterschiedlichen Konsequenzen führen, was das Lernen und insbesondere auch Vergessen (Extinktion) betrifft. Die verschiedenen Varianten sollen kurz vorgestellt werden.; Kontinuierliche Verstärkung 
Hier wird bei jeder gewünschten Reaktion verstärkt. Dies führt zu einem starken Anstieg der Lernkurve. Die Vpn lernt also schnell., vergisst aber auch ebenso schnell wieder.
Intermittierende Verstärkung 
Hierbei wird nicht jede gewünschte Reaktion verstärkt, sondern etwa jede zweite, dritte etc. Zwar steigt hier die Lernkurve erwartungsgemäß nicht so stark an, jedoch fällt die Vergessenskurve auch weniger stark ab - der Extinktionsgrad ist kleiner. Man vergisst also nicht so schnell.
Intervallverstärkung 
Bei dieser Methode wird erst nach einer bestimmten Zeit verstärkt und nicht sofort.
Quotenverstärkung 
Bei dieser Variante verstärkt man erst, wenn eine bestimmte Anzahl von gewünschten Reaktionen erfolgt ist.

Eine weitere Variante, auf die Verstärkung Einfluss zu nehmen, ist das Shaping (oder auch Approximation genannt). Hier wird nicht erst die komplette Handlung verstärkt, sondern bereits jede Annäherung an eine gewünschte Handlung. Soll eine Taube etwa auf einen roten Punkt auf einer ovalen Scheibe picken, so wird bereits verstärkt, wenn die Taube den Kopf zur Scheibe bewegt; dann, wenn sie zur Scheibe schaut; dann, wenn sie sich der Scheibe nähert; dann, wenn sie auf die Scheibe pickt und schließlich, wenn sie den roten Punkt auf der Scheibe trifft. Insbesondere dient diese Technik der Erlernung komplexerer Handlungsweisen. Auf diese Weise können auch recht unnatürliche Handlungsweisen bei Tieren konditioniert werden, wie es etwa in Zirkussen der Fall ist.

Buch-Tipp: Reaktionsmechanismen der Organischen Chemie. Eine Einführung Gelungens Werk Dieses Werk eignet sich in ganz besondererweise für die Vorbereitung auf Klausuren in dem Fach Organische Chemie. Der dem Studenten/in vertraute Stoff wird hier nochmal in Kurzform, mit guten und in dem Prüfungsleben häufig auftauchenden Beispielen beleuchtet. Es eignet sich also sowohl zur Vorbereitung für Tests und eigener Übung in dem Umgang...

Kritik

Sowohl das klassische Konditionieren als auch das operante Konditionieren gehen von einem recht mechanistischen Menschenbild aus. Ihre Begründer waren Behavioristen, die den Menschen als Black-Box sahen und alle ihre Forschungsergebnisse auf das cm/g/sek-System zurückführen wollten. So ließen sich denn auch viele Verhaltensweisen nicht mit diesem System erklären - etwa die Tatsache, dass der Mensch sich selbst auch verstärken kann bzw. lernen kann, ohne eine Reaktion zu zeigen. Dies alles waren Themen, die von Behavioristen nicht erklärbar waren und demnach nicht von ihnen behandelt wurden. Erst mit der Betrachtung alternativer Modelle - etwa Albert Banduras sozialkognitiver Lerntheorie - wurden dann auch diese Dinge erklärbar.


Über diese beiden Konditionierungstypen (klassisches und operantes Konditionieren) hinaus existieren bei höherentwickelten Tieren noch weitere Formen des Lernvermögens, z.B. das Beobachtungslernen oder Modelllernen..

Buch-Tipp: Reaktionsmechanismen. Organische Reaktionen, Stereochemie, moderne Synthesemethoden Das Buch für OC Reaktionemechanismen In der 3 Auflage ist der "Brückner" zu 99,5 Prozent Fehlerfrei ( ca. beim Wittig/Ylid sehe ich noch Korrekturbedarf. Wenn man Ihnen zu dem Lernen und verstehen benutzt, sind die Infomation Prof-Sicher. ( Hat mir in der Prüfung nette Anerkennung wegen stereo/enantioselektiver Synthese eingebracht) Auch die Grafik ist...

Weblinks

  • http://beste-texte.com/search.php In der Literaturdatenbank "beste-texte.com" stehen unter dem Zusammenhang "Gewohnheit" Texte in philosophischer oder erzählerischer Form, die die Auseinandersetzung mit dem Thema "Konditionierung" seit der Antike dokumentieren.


Weiteres zu dem Artikel Konditionierung

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